Die Zeit gibt es nur in Verbindung mit Materie
Alles existiert im Absoluten, nur unsere beschränkten Sinne, in unseren beschränkten Dimensionen, sind relativ.
„Könnte man die Zeit anhalten, für wie lange ‚stünde‘ dann die Zeit?“ Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant (*1724; †1804)
Ich benutze den Begriff Wesen[1] aus philosophischer Sicht.
Die Zeit ist für uns so selbsverständlich, dass die meisten sich keine Gedanken darüber machen.
Und doch ist sie die geheimnisvollste Eigenschaft in der Physik.
Sie ist eine Eigenschaft der Materie. Sie hat also nicht ein eigenständiges Wesen, sondern ist mit der Gravitation und dem Raum koexistent.
Denn ohne Zeit kann nichts geschehen. Physikalisch kann man die Zeit nur Heuristisch[2] behandel.
Zeit entsteht durch Materie beziehungsweise Energie. Sie lässt sich auch mit Geschwindigkeit manipulieren.
Innerhalb eines Bezugssystems haben wir immer die gleiche Zeit.
Ein physikalisches Zeit-Bezugssystem muss ich genauer erklären. Je schneller die Materie ist, desto langsamer vergeht die Zeit.
Materie, die eine andere Geschwindigkeit hat, unterliegt einer anderen Zeit. Für uns sind, mit unseren geostationären Satelliten (Kreisbahn 35.786 km über der Erdoberfläche,
Eigengeschwindigkeit von etwa 3,07 km/s oder 11.052 km/h), Geschwindigkeitsdifferenzen(Δv[3]) ab 10.000 km/h relevant. Die Erdrotation am Äquator beträgt 1.670 km/h.
Geschwindigkeitsdifferenz (Satellitrotation - Erdrotation am Äquator) Δv = 9.382 km/h.
Das entspricht ein Lorentzfaktor[4] von Δt = 1,0005.
Eine Eigenschaft der Zeit ist Entropie, der zweite Hauptsatz der Thermodynamik, er drückt aus, in welcher Richtung spontane Energieumwandlungen möglich sind.
Eine weitere Eigenschaft der Zeit ist die Kausalität.
Betrachten wir es aus Sicht eines Photons und ein bisschen poetisch.
Es heißt, Licht bewege sich mit unvorstellbarer Geschwindigkeit. Doch das ist nur unsere Illusion. In Wahrheit bewegt sich das Licht nicht – es braucht keine Zeit. Bewegung ist ein menschliches Maß, geboren aus unserer Begrenztheit.Der Zusammenhang von Entropie und Zeit
Am Anfang existierte fast nichts. Die Entropie, das Maß der Unordnung, war auf ihrem tiefsten Punkt. In diesem Zustand entstand das, was wir als Energie kennen. Diese Energie verwandelte sich später in Materie. Erst mit dem Entstehen von etwas – von Materie und Energie – konnte sich Unordnung verändern. Sie konnte nun wachsen, sich entwickeln, und damit eine Richtung bilden. Diese Veränderung, dieses Fortschreiten von einem Zustand zum nächsten, ist das, was wir Zeit nennen. Zeit ist also keine unabhängige Größe, sondern eine Folge zunehmender Entropie. Sie kann sich nur in eine Richtung bewegen – von geringer zu höherer Unordnung. Aus diesem Grund läuft Zeit für uns immer von der Vergangenheit in die Zukunft. Aus Sicht der Entropie gibt es keine Gegenwart. Stillstand würde bedeuten, dass keine Veränderung geschieht, und damit würde auch die Zeit verschwinden. Für das Licht hingegen gelten andere Bedingungen. Aus seiner Perspektive existieren weder Vergangenheit noch Zukunft – nur ein einziges, zeitloses Jetzt.
Die Gravitation und die Geschwindigkeit beider Galaxien beeinflussen die Raum-Zeit.
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Auf der Erdoberfläche vergeht die Zeit gleich. Die Zeit ist abhängig von der Entfernung des Erdmittlepunkt.
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Das Gitternetz simbolisiert die krümmung des Raumes. Umso näher Materie den "Trichtermittelpunkt" kommt desto langsamster wird die Zeit.
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